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Was ist eigentlich Psychotherapie?

 

In einer Psychotherapie werden psychische (oder seelische/emotionale) und psychosomatische Probleme und Beschwerden sowie Verhaltensauffälligkeiten und Verhaltensstörungen mit Hilfe psychotherapeutischer Verfahren behandelt.

 

Benötige ich eine Psychotherapie?

 

Falls Sie sich diese Frage stellen, dann könnte das bereits ein Indiz sein, dass Sie ein psychisches/emotionales Problem haben, das Sie sehr belastet oder dass Sie in seelischen Nöten sind.

Leider gibt es bei psychischen Problemen keine so klaren Kriterien wie bei den meisten körperlichen Beschwerden, "Messwerte", bei deren Überschreitung wir einen Therapeuten aufsuchen sollten. Deshalb tun sich Betroffene oft schwer mit der Entscheidung, eine Therapie zu beginnen.

Viele Menschen haben auch Angst sich zu "outen". Sie befürchten, von anderen verurteilt zu werden oder glauben, sie seien nicht "normal", wenn sie psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen. Dem ist aber nicht so. Im Gegenteil: Sie sind nicht "bekloppt", wenn Sie sich dafür entscheiden - Sie kümmern sich um sich selbst!

Wenn Sie beschließen, eine Therapie bei einem Therapeuten Ihres Vertrauens in Anspruch zu nehmen, ist dies ein wichtiger Schritt in Sachen Selbstfürsorge. Es zeigt, dass Sie ihre Probleme als solche erkennen und gewillt sind, sie zu überwinden, damit es Ihnen besser geht.

 

Was ist ein Heilpraktiker für Psychotherapie / eine Heilpraktikerin für Psychotherapie

 

Ein Heilpraktiker für Psychotherapie ist ein psychotherapeutisch qualifizierter und vom Gesundheitsamt zugelassener Therapeut, dessen (Heil-)Erlaubnis auf den Bereich der Psychotherapie beschränkt ist.

Zur Erlangung der Erlaubnis muss eine umfassende schriftliche Prüfung über die Fachgebiete Psychiatrie, Psychologie, Psychopathologie und Psychotherapie sowie eine entsprechende mündliche Prüfung vor dem Amtsarzt des jeweils zuständigen Gesundheitsamtes erfolgreich absolviert werden.

Für die Erteilung einer auf das Gebiet der Psychotherapie beschränkten Heilpraktikererlaubnis sind zudem fundierte Kenntnisse und Erfahrungen in einem Psychotherapieverfahren nachzuweisen, das allgemein gültigen Kriterien für Psychotherapieverfahren genügt und dazu befähigt, Patienten entsprechend der Diagnose psychotherapeutisch zu behandeln.

Ein Heilpraktiker für Psychotherapie darf seine Tätigkeit auf Basis des Heilpraktikergesetzes ausüben, ohne Eintrag ins Arztregister und ohne Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung. Er ist berechtigt, eine Diagnose zu stellen, jedoch wird die Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz nicht von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet.

Heilpraktiker für Psychotherapie sind frei in der Wahl der Therapiemethoden. Während psychologische oder ärztliche Psychotherapeuten an die gängigen Verfahren wie die Psychoanalyse, die Tiefenpsychologie und die Verhaltenstherapie gebunden sind und auch nur diese über die Krankenkasse abrechnen dürfen, kann ein Heilpraktiker für Psychotherapie auch andere, zeitgemäße Therapieverfahren (z. B. Gesprächstherapie, Lösungsorientierte Kurzzeittherapie, körperzentrierte Methoden, etc.) anwenden.

 

Davon abzugrenzen:

 

Psychologische Psychotherapeuten sind Diplom-Psychologen, die ein abgeschlossenes Psychologiestudium und eine gesetzlich anerkannte mindestens 3-jährige Therapieausbildung aufweisen. Psychologische Psychotherapeuten dürfen kassenärztlich abrechnen.

Ärztliche Psychotherapeuten sind approbierte Mediziner, die zusätzlich eine Therapieausbildung absolviert haben. Häufig legen sie den Schwerpunkt auf den medizinisch-organbezogenen Ansatz.

Psychiater sind Ärzte mit einer Ausbildung zum Facharzt für Psychiatrie. Ihre Ausbildung und Arbeitsweise geht eher von einer körperlichen Sicht der seelischen Probleme aus. Die Behandlung mit Medikamenten steht im Vordergrund. Ein Psychiater behandelt überwiegend schwere Persönlichkeitsstörungen und Psychosen. Manche Psychiater haben zusätzlich eine Psychotherapieausbildung und bieten Psychotherapie an.

Neurologen sind Ärzte, die zuständig sind für die organische Behandlung des Nervensystems.

Psychologen verfügen über ein abgeschlossenes Psychologiestudium, arbeiten aber nicht zwangsläufig mit Patienten („klinischer Psychologe“), sondern auch in anderen Bereichen, in denen psychologisches Fachwissen gefragt ist (z. B. Wirtschaft, Politik, Werbung …).

Psychoanalytiker sind auf die Psychoanalyse oder die daraus abgeleitete tiefenpsychologische Psychotherapie spezialisierte Psychologische oder Ärztliche Psychotherapeuten.

 


 

Was versteht man unter Psychotraumatologie?

 

Die Psychotraumatologie ist eine wissenschafltiche Disziplin, die sich mit der Erforschung und Behandlung der Auswirkungen von traumatischen Ereignissen auf das Erleben und Verhalten von Individuen und sozialen Systemen befasst. Eine psychische Traumatisierung liegt vor, wenn besonders gravierende oder erschütternde Ereignisse (potenzielle oder reale Bedrohungen katastrophalen Ausmaßes) seelische Verletzungen oder Reaktionen auslösen, die durch aufwühlende Erinnerungen, Schlafstörungen oder erhöhte Reizbarkeit gekennzeichnet sind. Wenn diese Reaktionen längere Zeit überdauern, kann eine posttraumatische Belastungsstörung vorliegen.

Die Psychotraumatologie erforscht wann es zu dieser Störung kommt, wie man schon frühzeitig erkennen kann, wer gefährdet ist und wie effektive Hilfe sowohl bei akut als auch chronisch traumatisierten Betroffenen gewährleistet werden kann.

 

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